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Neu: Mautpreller ade dank mobiler Mautkontrolle

Die mobile Mautkontrolle von Kapsch TrafficCom schließt mit den mobilen Geräten von Barcotec erstmalig die Lücken der LKW-Mautkontrolle in Tschechien.

 

Wien, September 2008 – Tschechiens Mautsheriffs erhalten nun die lang ersehnte Hilfe: Mit den bisherigen fixen Geräten konnten sie 3 - 4 % LKW-Mautverweigerer nicht fassen. Die beiden österreichischen Unternehmen Kapsch TrafficCom und Barcotec schafften nun die Voraussetzung zur Reduzierung der LKW-Mautpreller in Tschechien. Zum ersten Mal in der Geschichte Tschechiens werden dafür mobile Geräte eingesetzt – ein einzigartiges System, das auch in anderen Anwendungsbereichen begeistert.
 

Kapsch TrafficCom ist ein international führender Anbieter innovativer Straßenverkehrsysteme und -dienstleistungen. Bei Projekten wie dem Mautsystem in Tschechien arbeitet Kapsch TrafficCom mit den Hardware-Geräten von Barcotec. Barcotec ist seit über 19 Jahren erfolgreicher Anbieter von mobilen Endgeräten.

     

Mobile Mautsheriffs sind noch mobiler

   
     

Tschechiens Mautsheriffs sind seit kurzem mit den mobilen Geräten „H-42“ vom Hersteller Gotive ausgerüstet und seitdem erheblich mobiler geworden. Sie sind damit im 3-Schicht-Betrieb Tag und Nacht in insgesamt 40 Fahrzeugen auf Tschechiens Autobahnen unterwegs.

  H-42
 

Abb. 1: Das mobile Datenerfassungsgerät H-42 ermöglicht Mautsheriffs die Reduktion von Mautprellern.

 

Die Mautkontrolle wird von der tschechischen Zollwache betrieben. Ohne das umfassende System könnten 3 - 4 % der mautpflichtigen LKW diese Mautkontrollen umgehen. Mautsheriffs überprüfen LKW in so genannten „Mobile Enforcement Vehicles“, Fahrzeugen mit fix installierten Kontrollgeräten. Im Falle eines Deliktes werden LKW sofort angehalten. Die fixierten Geräte können jedoch nicht alle mautpflichtigen LKW erfassen – zum Leidwesen der tschechischen Zollwache. Doch damit ist Schluss, seit zusätzlich zu den fixen auch mobile Geräte eingesetzt werden.

 
     

„Die Geräte wurden vom Kunden dankbar angenommen“, erzählt DI (FH) Anto Komarica, Product Manager Road Solutions bei Kapsch TrafficCom. „Wir hatten drei unterschiedliche Geräte geprüft. Viele technische Fragen konnten allerdings bereits im Vorfeld durch die professionelle Beratung von Barcotec beantwortet werden, sodass nur noch wenige Tests notwendig waren. Außerdem hat Barcotec bewiesen, dass sie in der Lage sind beim Hersteller Gotive einiges zu bewegen, und dass sie ihre Versprechen halten.“

     

„Der H-42 entsprach schließlich genau unseren Vorstellungen“, strahlt Komarica. „Vor allem die einfachen Erweiterungs- und Upgrademöglichkeiten, die große Auswahl an Schnittstellen und der Touchscreen haben zu unserer Entscheidung ausschlaggebend beigetragen. Außerdem ist das Gerät kompakt, handlich, klein, und besonders robust.“

     

300 tschechische Zollwache-Beamte wurden am Gerät eingeschult. Die Mautsheriffs sind mit dem mobilen Enforcement-System im Einsatz auf der Suche nach Mautprellern. Der finanzielle Gewinn an der Reduzierung von Mautverweigerern wird die Investition in die mobilen Geräte bald amortisieren.

     

Alle 5,4 km ein Gate

   
     

Auf Tschechiens Autobahnen stehen so genannte Gates bzw. Gantries ausgestattet mit Funksendern zur Mautabrechung und Mautkontrolle. Derzeit beläuft sich die Zahl der Gates auf 221 Stück bei einer Gesamtautobahn- und Schnellstraßenlänge von ca. 1200 km, das bedeutet alle 5,4 km steht eine Gate.

     

LKW auf tschechischen Autobahnen und Schnellstraßen führen eine so genannte „On Board Unit“ (OBU) mit. Diese ist an der Windschutzscheibe des LKWs befestigt und enthält mautrelevante Daten wie Gültigkeit, Kennzeichen, LKW-Besitzer oder andere Vertragsdaten. Das Mautsystem beinhaltet auf den zu bemautenden Straßen zwischen jeder Auf- und Abfahrt errichtete Mautstationen. Diese Gantries kommunizieren mit den On Board Units der vorbeifahrenden LKWs über Mikrowellentechnologie mit 5,8 GHz.

     

Zusätzlich sind zur Mautkontrolle auf vielen Gates Kameras und Laser installiert, die beispielsweise überprüfen, ob ein LKW tatsächlich keinen Anhänger mit sich führt, so wie es seine OBU behauptet. Über ein enormes Netz an Lichtwellenleiterkabel werden die Daten in Echtzeit von der Mautstation an die Zentrale gesendet, die täglich 24 Stunden online ist.

     

Kein Entkommen für Mautpreller

   
     

DI (FH) Anto Komarica erklärt begeistert: „Es gibt Mautpreller, die einfach vor einem Gate die On Board Unit entfernen und so jede Kommunikation mit dem Gate bzw. eine Abbuchung verhindern. Da nicht alle Gates mit Kameras und Laser ausgestattet sind kann der LKW dann nicht als solcher identifiziert werden. In diesem Fall können wir mit den mobilen Geräten die Zahl der Mautverweigerer drastisch reduzieren.“

 

„Und das ist nicht der einzige Vorteil“, fügt Dipl. Ing. Werner Dreschl, ebenfalls Product Manager Road Solutions bei Kapsch TrafficCom, hinzu. „Bisher konnte die Zollwache LKW, die beim Antreffen auf einem Autobahnparkplatz standen, nicht überprüfen. Das im Fahrzeug der Mautsheriffs befestigte Gerät gelangte oft nicht zur Windschutzscheibe des LKWs, wenn dieser entsprechend geparkt hatte. Mit den mobilen Geräten kann der Zollbeamte nun das Fahrzeug verlassen, zur Vorderseite des LKWs gehen, und so in den Übertragungswinkel der OBU gelangen.“

 

On Board Unit

  Abb. 2: Mit den mobilen Geräten kann der Zollwache-Beamte jede On Board Unit überprüfen.
     

Für Kapsch TrafficCom stellt das tschechische Mautsystem ein ganz besonderes Projekt dar. Das Unternehmen lieferte ein Komplettpaket inklusive Komponenten wie Infrastruktur, Verrechnung, Schnittstellen zu Banken, Customer Relation, Marketing und das Webportal. Des Weiteren stellte Kapsch eine ortsansässige 150-köpfige Betriebsmannschaft zusammen, um den reibungslosen und selbstständigen Ablauf in Tschechien zu gewährleisten. Das neue Team arbeitet mit der tschechischen Zollwache zusammen und zeichnet sich für Agenden wie die Administration oder manuelle Nachbearbeitung verantwortlich und fungiert als Schnittstelle zum Kunden.

     

Mautsystem statt Kurzparkschein

   
     

Das tschechische Mautsystem ist an verschiedene Kundenbedürfnisse anpassbar und daher auch für andere Anwendungsgebiete geeignet. Neben weiteren Mautprojekten mit neuen Anforderungen bzw. Ausführungen kann sich DI (FH) Anto Komarica auch gut die Anwendung in der Parkraumbewirtschaftung vorstellen. Statt der bisher bekannten Parkscheine könnten On Board Units in den PKWs montiert werden. PKW-Lenker wären von der leidigen „Zettelwirtschaft“ befreit und die parkenden Autos könnten von den Behörden mobil überprüft und mit mobilen Druckern geahndet werden.

 

Tschechische Mautkontrolle

  Abb. 3: Die Übertragung des Systems auf andere Bereiche wie die Parkraumbewirtschaftung wäre möglich.
     

Der Erfolg der Gotive-Geräte macht Lust auf mehr. Zukünftig werden möglicherweise auch normale PKW damit ausgestattet, entsprechende Anfragen liegen bereits vor. Und auch andere Länder zeigen Interesse an Tschechiens Lösung für das Mautproblem. Tests finden derzeit in Brasilien, Irland, Norwegen und Schweden statt.

 
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