Wien, März 2010 – Große Industrieanlagen wie die der OMV Raffinerie bedürfen einer regelmäßigen Wartung. Im Herbst 2009 wurde die Instandhaltung der Großteile der OMV Anlagen in Wien-Schwechat erstmals mit Hilfe eines automatischen RFID-Kennzeichnungssystems von BARCOTEC durchgeführt. |

Abb. 1: Das RFID-Erfassungsgerät von BARCOTEC leistet am
Gelände der OMV Raffinerie Schwechat zuverlässige Dienste. |
RFID-System bei OMV
Mithilfe der BARCOTEC-eigenen Software „easyMITS“ kam RFID-Technologie Mitte Oktober 2009 zum ersten Mal bei der OMV in Wien-Schwechat zum Einsatz. Dazu werden die zu wartenden Teile mit speziellen, industrietauglichen RFID Tags versehen und mobile RFID-Lesegeräte eingesetzt, welche Buchungen direkt über die Software „easyMITS“ an SAP senden.
Die großen Anlagen werden im Zuge der Instandhaltung in ihre Einzelteile zerlegt. Diese werden zuerst mit Metallschildern gekennzeichnet, bis sie am so genannten „Waschplatz“ mit RFID-Tags versehen werden. Mit den mobilen, besonders industrietauglichen BARCOTEC-Datenerfassungsgeräten werden die Teile dann über ihre Tags eingelesen und anschließend in einem intensiven Waschvorgang gereinigt. Danach werden die RFID-Tags der Teile erneut eingelesen und schließlich wieder zur Anlage zusammengebaut. |

Abb. 2: Am Display des RFID-Datenerfassungsgerätes werden die Mitarbeiter von Arbeitsschritt zu Arbeitsschritt geführt und buchen online im ERP-System. |
Laugen und hoher Druck – nur mit RFID möglich
Die Raffinerie Schwechat ist eine der größten und modernsten Binnenraffinerien Europas. Durch Destillations- und Veredelungsprozesse entstehen aus Rohöl und Halbfabrikaten hochwertige Mineralölprodukte und petrochemische Grundstoffe. Jährlich verarbeiten die Hightech-Anlagen in Schwechat 9,3 Millionen Tonnen Rohöl – das ist rund die Hälfte aller in Österreich verwendeten Produkte auf Mineralölbasis. Die Anlagenteile werden einer regelmäßigen Wartung unterzogen, der österreichische TÜV prüft dann die Einhaltung der behördlichen Vorgaben.
Im Zuge dieser Arbeiten werden Anlagen zum Stillstand gebracht und in einzelne Teile zerlegt. Neben der Überprüfung werden diese dann am so genannten „Waschplatz“ gereinigt. Alle ausgebauten Teile müssen gekennzeichnet werden, damit man sie wieder richtig einbauen kann. |
Das Projektteam testete unterschiedlichste Materialien für Beschriftungsschilder auf deren Beständigkeit und Lesbarkeit nach dem Waschvorgang. „Die Tags (RFID-Datenträger) müssen starken Beanspruchungen standhalten, und dürfen beim Waschvorgang nicht zerstört werden“, erläutert Alexander Rainsberger, Geschäftsführer von BARCOTEC. „Nach intensiven Tests war uns klar, dass RFID das beste Kennzeichnungsmedium für derartige Belastungen ist. Wir haben spezielle zylindrische Tags entwickelt, die den Waschvorgang sicher überstehen.“ |
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Abb. 3: Die zu wartenden Großteile werden identifiziert und einem Arbeitsprozess zugeordnet. |
Flexibilität und Schnelligkeit
Einen großen Vorteil des RFID-Systems stellt die Lagerplatzoptimierung und damit die Überschaubarkeit des Zwischenlagers am Waschplatz dar. Das neue Identifikationssystem liefert Informationen, welche Teile Priorität haben und als nächstes gereinigt werden, weil sie beispielsweise zuerst wieder in die Anlage eingebaut werden müssen. Dadurch werden Verzögerungen vermieden und die erforderlichen Planzeiten eingehalten. |
Abb. 4: Selbst kleinste Erfassungsteile können mithilfe der RFID-Technologie wieder eindeutig identifiziert werden, selbst wenn diese mit Hochdruck-Heißwassergeräten gereinigt wurden. |
Das mobile Datenerfassungsgerät kann allerdings nicht nur RFID-Tags lesen, sondern gleichzeitig auch Barcodes. Sobald ein fertig gereinigtes Teil den Waschplatz verlässt wird ein Lieferschein mit Information über Abholer sowie Zielort erstellt. Dafür wird mit dem BARCOTEC-Erfassungsgerät ein 1D-Barcode eingescannt.
Der große Vorteil des Einsatzes der Software „easyMITS“ ist, dass die eingelesenen Daten automatisch online vom mobilen Gerät an das ERP-System übermittelt werden. So sind diese immer live zentral verfügbar und es ist stets leicht nachvollziehbar, welche Teile sich gerade wo und in welchem Status befinden. |
Ein anspruchsvolles RFID-Komplettpaket
BARCOTEC lieferte der OMV ein Full-Service Paket: von der RFID-Tag-Entwicklung über das mobile Datenerfassungsgerät bis zur Middleware „easyMITS“ kam alles aus einer Hand. Der zuständige Turnaround Manager bei OMV freut sich: „Das Angebot einer Komplettlösung von BARCOTEC war uns sehr wichtig. Die Kompetenz des Unternehmens hat sich von der Suche nach dem richtigen RFID-Tag über die Datenerfassung bis zur Anbindung an unser ERP-System ganz klar gezeigt. Wir wurden von BARCOTEC sehr gut betreut, und der Zeitraum zwischen unserer Bestellung und der Lieferung unserer fertigen „easyMITS“-Prozesse betrug nur drei Wochen.“ |
Rainsberger bestätigt: „Unsere Middleware „easyMITS“ ist ein Standard-Produkt und daher so schnell lieferbar, weil die bestehenden Prozesse nur noch individuell für den einzelnen Kunden konfiguriert werden. Es ist dabei völlig egal ob Barcodes oder RFID-Tags eingelesen werden.“
„Außerdem ist es eine sehr einfach zu bedienende Software“, fügt der Turnaround Manager der OMV hinzu. So übernahm er auch selbst die Vorstellung der Lösung bei den Anwendern. „Es dauerte nur zwei Stunden und die Kollegen konnten loslegen“, freut er sich. |
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Abb. 5: Das BARCOTEC-Terminal identifiziert die eindeutige Information am RFID-Tag und verarbeitet die Daten direkt mit dem ERP-System online und in Echtzeit. |
Mehr bewegen – OMV
Durch das automatische System wird es möglich, eine Historie für jeden Apparateteil zu erstellen. Zukünftig wird eine lückenlose Rückverfolgung einfach und schnell ersichtlich sein. |

Abb. 6: OMV Raffinerie Schwechat (© OMV) |
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